Details Termine Gemeinden
Tschernobyl-Erinnerungen 2.0
Ausstellungseröffnung
- Termin:
- 12. April 2026 17:00 Uhr bis 18:00 Uhr
- Organisation:
- Kirchengemeinde St. Michaelis Braunschweig
- Ort:
- St. Michaelis Braunschweig, Echternstraße 67, 38100 Braunschweig
Das Jahr 1986 brachte für mich persönlich eine Zeitenwende. Bis dahin lief alles „normal“ mit dem üblichen alltäglichen Auf- und Ab. 1086 war ich schon fast 20 Jahre verheiratet, hatte 4 Kinder. Nach der Lehre zum Starkstromelektriker hatte ich durch die angedeuteten „Auf- und Ab“ verschieden Tätigkeiten übernommen und war inzwischen über den zweiten Bildungsweg zum Diakon ausgebildet und war 1986 Propsteijugendwart der Propstei Schöppenstedt. Mitten in die Vorbereitung des jährlich stattfindenden Pfingstzeltlagers für Kinder kam die Nachricht von der Tschernobyl-Katastrophe.
Die damit eintretende Zeitenwende beschreibe ich im Blog „Tschernobyl-Erinnerungen“ mit der Überschrift „Weltuntergangsstimmung“
(Siehe: https://tschernobylerinnerungen.wordpress.com/2015/10/28/weltuntergangsstimmung/)
Mit einer 3jährigen Verzögerung bildete sich eine internationale Solidaritätsbewegung für die Kinder von Tschernobyl. Alleine in Deutschland gab es 800 Tschernobyl-Initiativen. Diese reichten von ein.-Masnn/ Eine-Fraau-Initiativen, bis hin zu kirchlichen Gruppen, die sich dieser Sache annahmen, bis hin zu größeren Arbeitsgemeinschaften (wie in der Landeskirche Hannover) und einer Landesstiftung (wie im niedersächsischen Landtag – hier an das Sozialministerium gekoppelt). Die „Tschernobyl-Initiative in der Propstei Schöppenstedt e.V. mit über 200 Mitgliedern gehörte bis 2012 auch zu den 3 große Hilfsaktionen in Niedersachsen, weil sie sich umfassend mit dem Thema „Tschernobyl“ befasste. Das Wichtigste war die jährlich stattfindende vierwöchige Kindererholung, eine umfassende humanitäre Hilfe (mehrere LKWs pro Jahr mit Hilfsgüter nach Belarus), Schüler- und Lehrer-Austausch und deutsch-belarussische Dokumentation und Übersetzungen zum Thema aus dem belarussischen.
Die deutsche „Tschernobyl-Hilfe“ wurde maßgeblich von dem „Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk“ (IBB) in Dortmund organisiert / begleitet. Hier war man sich nach jahrlanger Arbeit (und jährlich stattfindenden deutsch-belarusisch-ukrainische Wochenende-Konferenzen einig, dass der 30. Tschernobyl-Jahrestag der letzte sein wird, bei dem „Tschernobyl“ in der großen Medien-Öffentlichkeit noch eine Rolle spielt. Für den 30. Tschernobyl-Jahrestag wurde eine große Wander-Ausstellung konzipiert mit den 3 Schwerpunkten „Die Katstrophe“, „Die Liquidatoren“ und „Die Solidaritätsbewegung“.
Ich begann im Vorfeld des 30. Tschernobyl-Jahrestag mit der Sammlung von „Tschernobyl-Erinnerungen“ um für die Nachwelt festzuhalten, was wir vor 30 Jahren hier in Deutschland durch Tschernobyl erlebt haben.
Zunächst hatte ich nur an die Sammlung per „Internet-Blog“ gedacht, aber es ließ nicht lange auf sich warten, dass auch die ersten Druckerzeugnisse im Selbstverlag erschienen. 2 Jahre nach dem 30. Tschernobyl-Jahrestag erschienen die bis dahin gesammelten „Erinnerungen“ im Fromm-Verlag. Nun wollte der Fromm-Verlag zum bevorstehenden 40. Tschernobyl-Jahrestag eine aktualisierte Neufassung herausgeben. Das Format änderte sich von Zwei- auf Ein-Spaltig und es kamen weitere Beitrage hinzu. Im August 2025 erschien im Fromm-Verlag „Tschernobyl-Erinnerungen 2.0“
Kurzfassungen der einzelnen Beiträge werden als Ausstellung (vom 26.02. – 26.03.2026 im Rathaus Schöppenstedt und vom 12.04. – 10.05.2026 in der St. Michaeliskirche/ Braunschweig) zu sehen sein.
Am Sonntag, den 26.042026 um 17:00 h wird ein Mahn- und Gedenk-Gottesdienst in der St. Michaeliskirche stattfinden.
Übrigens ist das Interesse an Tschernobyl kurz vor dem 30 Jahrestag, durch Fukushima neu in den Focus gekommen.
- Paul Koch (Sozialdiakon i. R.)
- Telefon:
- 0531 42663
- Internet:
- http://www.st-michaelis-bs.de