Kunst
Bilder aus Afghanistan - Blick in ein geschundenes Land 11.01. - 19.02.
Bilder, vor 33 Jahren aufgenommen in Afghanistan, erschüttern auch nach über 3 Jahrzehnten noch. Sie sind weiter aktuell in Bezug auf die schwierige Lebenssituation der Menschen in diesem Land, das der unvergessene Fotograph, "das Auge" der Braunschweiger Zeitung, David Taylor (1941-2019) privat gemeinsam mit dem afghanischen Diplomaten Abed Nadjib, der im Landkreis Gifhorn wohnt, bereiste.
Beide waren 1992 als Berichterstatter für "Help e.V." in den Flüchtlingslagern in Peshawar/Pakistan unterwegs, die zu dieser Zeit Millionen afghanische Flüchtlinge beherbergten. Mit den Berichten und den Fotos von David wurden die Spender in Deutschland über die Verwendung ihrer Spenden informiert, so z.B. über das Projekt "Eiserne Kühe", durch das hunderte von Kindern und ihre Familien jeden Tag eine hygienisch aufbereitete Milchration bekamen.
Die Hilfsorganisation Help e.V. wurde 1984 von allen Parteien im Bundestag gegründet, um afghanischen Flüchtlingen im den Flüchtlingslagern zu helfen.
Hilfe wurde geleistet in den Bereichen Medizinische Versorgung, Lebensmittelverteilung, Ausbildung, Witwen- und Waisen-Hilfe, - Medizinische Versorgung - Zahnklinik, Augenklinik, Kindergesundheit, Frauenklinik, Chirurgie für Kriegsopfer- Ausbildung - Berufsausbildung für junge Afghanen, Schulen und Kindergärten.
David war sehr aufgeschlossen, interessiert und menschlich berührt von den Umständen, in denen die Flüchtlinge lebten.
Er engagierte sich besonders durch seinen Einsatz als Fotograf, indem er hinterfragte, wie er mit seinen Mitteln, mit seinem Medium, der Fotografie, helfen könnte, die menschlichen Nöte der Afghaninnen und Afghanen sichtbar zu machen und so auch der Bevölkerung hier in Deutschland die Situation der Menschen zu vermitteln.
Das tut er bis heute, auch über seinen Tod hinaus - ein wertvoller Blick auf ein Land, das nach wie vor dringend auf unser Interesse und unsere Hilfe angewiesen ist.
Bilderausstellung vom 12.01.- 20.02.26 in der Michaeliskirche, Braunschweig, Echternstr. 67
Eröffnung am 11.01.2026, 17.00 Uhr
Die Heilung 24.2. - 29.3.
Iryna Vorona, 1987 geboren in Kyjiw, Ukraine. Seit 2023 lebt sie in M5inersen, Deutschland. Seit 2017 arbeitet sie hauptsächlich im Genre des Innenporträts, das als Kollektivbild sowohl ein Selbstporträt der Künstlerin als auch ein Porträt von Menschen ist, die sie getroffen hat. Seit 2022 sind ihre Werke den Ukrainern und ihrem täglichen Kampf um Freiheit gewidmet. Sie hat in den Ländern Ukraine, Deutschland, Kroatien, Spanien, Norwegen, Finnland und Montenegro künstlerisch gearbeitet.
2023 erhielt sie ein Jahresstipendium der Bösenberg Stiftung. Ihr Projekt "Flucht" im Künstlerhaus Meinersen widmet sich dem Thema der erzwungenen Migration, dass ihr persönlich sehr am Herzen liegt.
Mit ihren Arbeiten möchte Iryna das Konzept des Flüchtlings durch das Konzept der Einheit und der Menschen offenlegen, dank derer die unbekannte Umgebung zu einem temporären Zuhause wird. Iryna Vorona legt in ihrer künstlerischen Praxis großen Wert auf körperliche und sinnliche Erfahrungen und erforscht die Veränderungen der Individualität unter dem Einfluss äußerer Faktoren wie
Umwelt und Gesellschaft. In ihrer Arbeit sind das Geschichtenerzählen, die visuelle Kunst und der soziale Aspekt von Identität und Emotionen von zentraler Bedeutung, wenn es darum geht, sich das Aufeinanderprallen von künstlichen und natürlichen Beziehungen, Schmerz und sozialer Isolation, Grenzen
und Unabhängigkeit vorzustellen und zu untersuchen. Sie arbeitet mit verschiedenen Medien und erforscht die visuellen und sozialen Sprachen der Kommunikation zwischen Menschen.
Tschernobyl-Erinnerungen 2.0 12.04. - 09.05.
Das Jahr 1986 bedeutete für den Sozialdiakon Paul Koch eine persönliche Zeitenwende. 1986 war er bereits fast 20 Jahre verheiratet und Vater von vier Kindern. Nach seiner Lehre zum Starkstromelektriker hatte er – bedingt durch verschiedene Lebensphasen mit Höhen und Tiefen – unterschiedliche Tätigkeiten übernommen. Inzwischen hatte er sich über den zweiten Bildungsweg zum Diakon ausbilden lassen und war 1986 Propsteijugendwart der Propstei Schöppenstedt.
Mitten in die Vorbereitungen des jährlich stattfindenden Pfingstzeltlagers für Kinder platzte die Nachricht von der Tschernobyl-Katastrophe. Diese Zäsur beschreibt Paul Koch in seinem Blog „Tschernobyl-Erinnerungen“ unter der Überschrift „Weltuntergangsstimmung“.
(Siehe: tschernobylerinnerungen.wordpress.com/2015/10/28/weltuntergangsstimmung/)
Mit einer dreijährigen Verzögerung bildete sich eine internationale Solidaritätsbewegung für die Kinder von Tschernobyl. Allein in Deutschland gab es rund 800 Tschernobyl-Initiativen. Diese reichten von Ein-Mann- oder Eine-Frau-Initiativen über kirchliche Gruppen bis hin zu größeren Arbeitsgemeinschaften (wie in der Landeskirche Hannovers) und sogar einer Landesstiftung (wie im Niedersächsischen Landtag, dort an das Sozialministerium gekoppelt).
Die „Tschernobyl-Initiative in der Propstei Schöppenstedt e. V.“ mit über 200 Mitgliedern gehörte bis 2012 zu den drei großen Hilfsaktionen in Niedersachsen, weil sie sich umfassend mit dem Thema „Tschernobyl“ befasste. Im Zentrum stand die jährlich stattfindende vierwöchige Kindererholung. Dazu kamen eine umfassende humanitäre Hilfe (mehrere LKWs pro Jahr mit Hilfsgütern nach Belarus), Schüler- und Lehreraustausch sowie deutsch-belarussische Dokumentationen und Übersetzungen zum Thema aus dem Belarussischen.
Die deutsche „Tschernobyl-Hilfe“ wurde maßgeblich vom „Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk“ (IBB) in Dortmund organisiert und begleitet. Nach jahrelanger Arbeit – unter anderem mit jährlich stattfindenden deutsch-belarussisch-ukrainischen Wochenendkonferenzen – war man sich einig, dass der 30. Tschernobyl-Jahrestag der letzte sein werde, an dem „Tschernobyl“ in der großen Medienöffentlichkeit noch eine Rolle spielt. Für diesen Jahrestag wurde eine große Wanderausstellung konzipiert, mit den drei Schwerpunkten „Die Katastrophe“, „Die Liquidatoren“ und „Die Solidaritätsbewegung“.
Paul Koch begann bereits im Vorfeld des 30. Jahrestages damit, „Tschernobyl-Erinnerungen“ zu sammeln, um für die Nachwelt festzuhalten, was Menschen in Deutschland vor 30 Jahren durch Tschernobyl erlebt hatten. Zunächst war nur eine Sammlung in Form eines Internet-Blogs geplant, doch es dauerte nicht lange, bis auch erste Druckerzeugnisse im Selbstverlag erschienen. Zwei Jahre nach dem 30. Jahrestag wurden die bis dahin gesammelten Erinnerungen im Fromm-Verlag veröffentlicht.
Zum bevorstehenden 40. Tschernobyl-Jahrestag plante der Fromm-Verlag eine aktualisierte Neufassung. Das Format wurde von zwei- auf einspaltig umgestellt und weitere Beiträge kamen hinzu. Im August 2025 erschien im Fromm-Verlag schließlich „Tschernobyl-Erinnerungen 2.0“.
Kurzfassungen der einzelnen Beiträge werden nun als Ausstellung zu sehen sein:
26.02. – 26.03.2026 im Rathaus Schöppenstedt
12.04. – 10.05.2026 in der St.-Michaeliskirche Braunschweig
Am Sonntag, den 26.04.2026, findet um 17:00 Uhr ein Mahn- und Gedenkgottesdienst in der St.-Michaeliskirche statt.
Übrigens rückte das Interesse an Tschernobyl kurz vor dem 30. Jahrestag durch Fukushima erneut stärker in den Fokus.
Armut begreifen 31.05. - 28.06.
Im Zentrum der Ausstellung stehen Händepaare Jedes Händepaar erzählt eine Geschichte von Wohnungslosigkeit und ist durch künstlerisch gestaltete Accessoires ergänzt, die die Herausforderungen und Hoffnungen der betroffenen Menschen widerspiegeln. Zu sehen ist die Ausstellung vom 31.5. bis zum 28.06.26 täglich von 10 bis 18 Uhr.
Organisiert wurde die Ausstellung von Jasmin Hinze und Dagmar Alphei. Die Sozialarbeiterinnen der Diakonischen Gesellschaft Wohnen und Beraten (DWB) ließen sich die Geschichten der Betroffenen erzählen und dokumentierten sie. Die Gipsabdrücke der Hände fertigte Jan Werbig an, der als Hausmeister im Wolfsburger Tagestreff Carpe Diem arbeitet.
zusammen.frei und gleich 23.08. - 20.09.
Neue Wanderausstellung der EKD-Menschenrechtsinitiative ab 2026
Nach der erfolgreichen ersten Wanderausstellung der EKD-Menschenrechtsinitiative FREI UND GLEICH („MENSCHEN. RECHTE. LEBEN.“, 2019–2024) entsteht derzeit eine neue Ausstellung, die ab März 2026 bundesweit zu sehen ist.
Während die erste Ausstellung die Vielfalt der Menschenrechte und ihre Alltagsbedeutung zeigte, will die neue unter dem Leitthema „ZUSAMMEN.“ stärker berühren und zum Engagement ermutigen – insbesondere angesichts aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie wir Räume, in denen wir ZUSAMMEN.LEBEN – wohnen, glauben, lernen – so gestalten, dass Freiheit und Gleichheit möglich sind. Dazu gehören auch ZUSAMMEN.STREITEN und ZUSAMMEN.AUSHALTEN.
Anhand alltagsnaher Beispiele informiert die Ausstellung über Menschenrechte, weckt Empathie, fördert Austausch und zeigt die Bedeutung demokratischer Aushandlungsprozesse. Sie möchte aktivieren und zum ZUSAMMEN.TUN einladen – mit konkreten Möglichkeiten zum Mitmachen.
Die Ausstellung richtet sich an Jugendliche ab 14 Jahren sowie Erwachsene jeden Alters, ist für einzelne Besucher:innen sowie kleinere Gruppen geeignet.
Täglich geöffnet
Die Michaeliskirche ist täglich von 10 - 18 Uhr geöffnet.